Schengen 2.0

Unsere Schule als koordinierende Einrichtung nimmt seit September 2017 an einem 3-jährigen Erasmus+ Projekt mit vier anderen ausländischen Schulen (Németh László Gimnázium, Hódmezővásárhely, Ungarn; Zespół Szkół Ponadgimnazjalnych Nr 1 im. Jana Szczepanika w Krośnie, Krosno, Polen; Liceul Vocational Reformat Tg-Mures, Tg-Mures, Rumänien und Collège Sainte-Anne, Varades, Frankreich) teil.

Das Projekt Schengen 2.0 antwortet auf die gegenwärtigen Bedürfnisse des vereinigten Europas: Integration der Flüchtlinge, des kulturellen Austausches auf vielen Ebenen und auch der Vermittlung des Solidaritätsgedanken. Angesprochen werden Berufsorientierung, Geschichte, Kunst und Musik als Themen innerhalb der einzelnen Abschnitte. Des weiteren wird die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler durch das Anfertigen der Ergebnisprodukte (Magazin, Film, Lied, Umfrage, Interview) gestärkt und verbessert. Die Schülerinnen und Schüler werden an Workshops zum Thema Arbeitsmarkt teilnehmen und dabei ihre Kompetenz entwickeln, sich für den Arbeitsmarkt attraktiv zu präsentieren. 

Der Name des Projektes Schengen 2.0 ist nicht zufällig gewählt und bildet eine direkte Verbindung zu der Idee der Schengen Zone und vor allem derer Kontinuität. Schengen 2.0 ist an die Schuljugendlichen im Alter zwischen 13-18 gerichtet, denn sie sind diejenigen, die am leichtesten sich von negativen und falschen Beispielen beeinflussen lassen. Sie sind schließlich diejenigen, die in naher Zukunft für die EU Verantwortung übernehmen werden und den größten Einfluss auf die Idee der Vereinigung, Offenheit und Solidarität Europas gegenüber anderen Ländern haben werden. Es ist besonders wichtig, dass Schülerinnen und Schüler aus den verschiedenen europäischen (westlichen und östlichen) Ländern sich gemeinsam austauschen und sich zu den europäischen Werten bekennen und dabei auch ihre nationalen und glaubensspezifischen Unterschiede dem europäischen Gedanken unterordnen.

Das erste Treffen fand in Ungarn, in Hódmezővásárhely vom 20.-24.11.2017 statt. 

Die Teilnehmer haben die Geschichte des vereinigten Europas kennengelernt, alte Pässe und Visen gesammelt und zur Ausstellung gebracht, Präsentationen über die Grenzen in Europa gehalten.  Wir haben auch das Museum Emlekpont besichtigt, wo Relikte und Gegenstände aus der Zeit vor der Wende ausgestellt sind.  

Der wohl am meisten erwartete Programmpunkt erfolgte am zweite Tag: die Fahrt zur serbischen Grenze. Hier steht der umstrittene Grenzzaun, über den die Schüler heftige Diskussionen geführt haben.

Das zweite europäische Treffen der fünf Schulen fand Ende April in der polnischen Stadt Krosno statt. Im Mittelpunkt dieses Treffens stand die Kulturvielfalt der einzelnen Länder.

Nach einem Vortanzen mit landestypischen Trachten war das Eis schnell gebrochen. Die Gastgeber brachten den anderen Teilnehmern eine Polonaise bei, die am Schluss der Veranstaltung eindrucksvoll gemeinsam präsentiert wurde.

Bei der Zusammenarbeit, den zahlreichen Ausflügen und nicht zuletzt beim gemeinsamen Essen, konnten die Jugendlichen und ihre Lehrer in dieser Woche viele Eindrücke sammeln, Gemeinsamkeiten und Besonderheiten entdecken. Vor allem stand aber der Spaß und der Respekt vor den Traditionen im Vordergrund.

Im Rahmen des Projektes entstand ein Kalender der Kulturvielfalt. Der Kalender entstand aus der Zusammenarbeit der teilnehmenden Schulen. Er enthält alle landestypischen Feiertage und zahlreiche Fotos der fünf Teilnehmerstaaten.

Das dritte Projekttreffen fand im November 2018 in Orscholz statt.

Im Mittelpunkt des Treffens standen der regionale und der europäische Arbeitsmarkt.  Während der Workshops und Projekte haben die Schüler gelernt, wie man den regionalen Arbeitsmarkt analysieren soll, wie man sich gezielt bewerben kann und dabei eigene Stärken und Erfahrungen zur Geltung bringen kann.

Als praktische Erfahrung zur Arbeitswelt nahmen wir an einer Betriebsbesichtigung bei der Firma Villeroy&Boch in Mettlach teil und wir besichtigten auch die das firmeneigene Museum Keravison.

Beim Besuch im europäischen Parlament in Luxemburg und im Europamuseum in Schengen haben wir viele Informationen über die Europäische Union bekommen.

Der Höhepunkt des Programms war die Konferenz "Berufsperspektiven in einem grenzenlosen Europa" in der Römischen Villa Borg.

Da im Vereinigten Europa der Arbeitsmarkt für die EU-Bürger offen ist, stellten sich unter anderem die folgenden Fragen, die durch die Akteure der Politik, Wirtschaft und Bildung in der Konferenz beantwortet worden:

  • Welche Anforderungen werden heute und zukünftig an unsere Abschlussschüler gestellt?
  • Welche Wege kann die Gemeinschaftsschule gehen, um den Anforderungen der Gesellschaft, der Wirtschaft sowie der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden?
  • Welche Chancen bietet der grenzenlose Arbeitsmarkt unseren Absolventen?
  • Welche Berufsperspektiven bietet unsere Region für ausländische Arbeitnehmer?

Beim vierten Treffen in Targu Mures (Rumänien) wurde es diesmal musikalisch.

Die Gruppe von nahezu 50 Schülern und Lehrern nahm an zahlreichen Workshops rund ums Thema Musik teil.

Bei den vorbereiteten Vorträgen der Schüler und Schülerinnen lernten die Teilnehmer die klassische und moderne Musik und typische Instrumente der Länder kennen.

Sehr anschaulich wurde es beim Besuch der ortsansässigen Musikschule. Hier boten Musikschüler ihr Können dar und konnten mit ihren Instrumenten und Stimmen die Zuhörer beeindrucken.

Ganz praktisch involviert wurden die Teilnehmer beim Thema volkstümlicher und moderner Tanz. Es dauerte nicht lange, so konnten die Jugendlichen und die Lehrer mittanzen und wurden sogar Teil eines Flashmobs, der als Video aufgezeichnet wurde.

Die Schülerinnen und Schüler hatten Zuhause jeweils den Refrain des Liedes Stand by me von Ben E. King in ihre jeweilige Sprache übersetzt und jetzt ging es daran, dieses Lied im Festsaal der Schule auf die Bühne zu bringen.

Ein Highlight war der Besuch der Geigenfabrik Glica. Bei der Werksbesichtigung blieben keine Fragen offen, sodass die Schüler Einblick in die Arbeitswelt des Gastlandes bekamen. Die Arbeitswelt der europäischen Länder ist ein weiterer Interessenbereich des Projektes. Am Schluss fand dann auch eine rumänische Violine den Weg zur Partnerschule nach Polen.

Der kulturelle Höhepunkt des Besuches war wohl zweifellos der gemeinsame Konzertbesuch im Kulturpalast der Stadt. Bei der Abendveranstaltung  spielte das Orchester bekannte Filmmusik und wie bestellt, wurde als Zugabe das gemeinsam einstudierte Lied Stand by me gespielt.

Das nächste Treffen des Erasmus+ Projektes der Schule findet in Varades in Frankreich vom 30.03-03.04.2020 statt.

Näheres über unser Projekt findet man auf der Facebook-Seite und auf der eTwinning-Seite des Projektes:

https://www.facebook.com/europaohnegrenzen.schengen.9

https://twinspace.etwinning.net/44719/home